Alte Apfelsorten werden immer beliebter

Mit dem Klimawandel ändern sich die Herausforderung an Obstbauern. Steigende Temperaturen, längere Zeiten an denen es gar nicht regnet und dann mehr Niederschlag in kürzerer Zeit. Die Pflegeintensiven Apfelsorten, die wir aus den Supermärkten kennen, kommen mit diesen Herausforderungen oft nicht zurecht, sodass Obstbauern nach neuen Wegen suchen müssen, um ihren Ertrag zu sichern.

Welche Apfelsorten kommen gut mit dem Klimawandel zurecht?
In den letzten Jahrzehnten ist die Durchschnittstemperatur in Deutschland um 1,7 Grad Celsius gestiegen und besonders in den Jahren 2018 und 2019 hatten Obstbauern mit Dürreperioden zu kämpfen. Kein Wunder also, dass Großhändler für Äpfel immer öfter Probleme haben, genügend Ware zu finden.

Durch die steigenden Temperaturen beginnt die Obstblüte zunehmend früher. Obwohl es im Frühling – teilweise schon während der Wintermonte – immer früher warm wird, kommt es dennoch bis in den März oder April hinein zu strengen Bodenfrösten, was bei vielen Apfelsorten zu Frostschäden führt und die Ernte mindert.

Der Obstanbau in Deutschland ändert sich: Einerseits bedeuten die steigenden Temperaturen, dass auch Pfirsiche und Aprikosen im Süden des Landes angebaut werden können – andererseits müssen neue Apfelsorten gefunden werden, damit die Deutschen weiterhin ihr Lieblingsobst in gewohnten Mengen essen können.

Neue Apfelsorten oder robuste, alte Sorten neu entdecken?
Während die Sorten, die oft im Supermarkt angeboten werden, unter den sich ändernden klimatischen Bedingungen leiden, entdecken viele Deutschen – Obstbauern und Apfelesser gleichermaßen – alte Apfelsorten für sich.

Historiker und Botaniker gehen davon aus, dass im 19. Und 20. Jahrhundert ein Großteil der bis zu 5000 verschiedenen Apfelsorten verloren gegangen sind. Der Grund: Der Anbau der heute gängigen Obstsorten ist zwar etwas pflegeintensiver, aber da diese Sorten gut auf Plantagen gedeihen, organisatorisch einfacher und in der Ernte billiger. Die Pflege konnten lange massenhaft versprühte Pestizide übernehmen.

Alte, robuste Sorten dagegen wachsen besser auf Streuobstwiesen, was die Pflege und Erne deutlich personalaufwendiger macht und damit weniger rentabel.

Alte Sorten haben viele Vorteile
Äpfel die heißen wie Jonathan, Altländer Pfannkuchenapfel, Danziger Kantapfel, Goldparmäne, Goldrenette, Gravensteiner, Pommerscher Krummstiel oder Weißer Klarapfel wachsen alle vereinzelt noch an alten Bäumen, die über das ganze Land verstreut stehen. Diese Sorten zu erhalten ist zu Zeiten des Klimawandels unheimlich wertvoll – nicht nur aus kulinarischen Gründen. Sie alle haben unterschiedliche Vorteile und Geschmäcker, die kombiniert werden können. Aus einem großen Apfelgenpool können neue Sorten gezüchtet werden, die besser mit dem Klimawandel zurechtkommen.

Denn botanische Versuche mit alten Liebhabersorten wie Berlepsch zeigen: Wenn es gelingt die Sorten zu kreuzen, dass sie massenhaft angebaut werden können, dann steckt in den Genen der alten Äpfel großes Potential.

Nicht nur steckt in den alten Sorten wahrscheinlich der Schlüssel, um robuste Obstsorten anzubauen, die die Lebensgrundlage der Obstbauern sichern können, sondern auch für Allergiker Äpfel zu züchten. Der Apfel ist der beliebteste Apfel der Deutschen –doch viele haben Allergien gegen Inhaltsstoffe der hochgezüchteten Sorten und können diese daher nicht essen. Mehr Apfelpluralismus würde auch für Allergiker bedeuten, mehr passende Auswahl konsumieren zu können.

Einige Projekte arbeiten daran, alte Bäume zu erhalten, wie die Obstarche im bayerisch Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, die mit viel Idealismus alte Sorten sichert und erforscht.

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