Kaffeehaus statt z´haus: Horeca-Kaffeemarkt blüht langsam auf

Neue Studie von Interconnection veröffentlicht

Copyright: Interconnection

Kaffee wird wieder häufiger auswärts konsumiert. Im letzten Jahr betrug der Absatzanstieg für Gastro-Kaffee 1.0%, wie eine neue Studie von Interconnection-Consulting zeigt. In den sechs untersuchten Ländern (Deutschland, Österreich, Italien, Slowenien, Ungarn, Kroatien) lag der Absatz für den Horeca-Bereich (Hotel-Restaurant-Catering) insgesamt bei 120.000 Tonnen. Auch in den nächsten Jahren ist mit einem weiteren moderaten Wachstum zu rechnen.

 

Beschäftigungsanstieg hilft Gastro-Kaffee

Insgesamt konnten alle untersuchten Länder am Markt für Gastro-Kaffee im vergangenen Jahr ihr Marktvolumen erhöhen. Das größte Wachstum schaffte dabei Ungarn mit einem Absatzplus von 3.0%. In Österreich wächst der Markt für Gastro-Kaffee wieder etwas stärker (+1.4% in Menge), weil der Privatkonsum 2016, vor allem auch dank Steuerreform – wieder spürbar gestiegen ist. Auch durch die steigende Anzahl an beschäftigten Personen ist der Außer-Haus-Markt tendenziell ein leicht steigender Markt. „Wenn die Leute in Beschäftigung sind, neigen sie dazu auch ihren Kaffee Außer-Haus zu konsumieren“, lautet die These von Studienautor Laszlo Barla. Der Tourismus spielt in Österreich und den anderen untersuchten Ländern eher eine untergeordnete Rolle, außer in Kroatien, wo der Markt noch relativ klein ist und die Beschäftigungsquote nicht so hoch ist.

Wirtschaftliche Erholung spricht für Espresso im Café

Die Italiener trinken den Kaffee nicht mehr nur zu Hause, wie während des Höhepunktes der Wirtschaftskrise, sondern gehen wieder aus um sich einen Espresso in der Cafeteria zu gönnen. In Italien konnte der Horeca-Markt für Kaffee im letzten Jahr einen Anstieg von 0.8% in Wert verzeichnen. Nach Jahren der Rezession konnte die italienische Wirtschaft 2015 erstmals wieder ein moderates Wachstum verbuchen, was auch zur Folge hat, dass die Zahl der Beschäftigten wieder steigt. Auch die Übernachtungen im Tourismusbereich legten leicht zu, und lieferten einen kleinen Beitrag zum moderaten Wachstum der Branche. Auch in Deutschland konnte der Markt 2016 um 1.7% zulegen. Die robuste Konstitution der deutschen Wirtschaft wird auch in einem zukünftigen Wachstum des Konsums des Außer-Haus-Kaffees resultieren. Bis 2020, so prognostiziert Interconnection, wird das jährliche Wachstum 1.9% betragen.

Ganze Bohne als Marktindikator

Die „ganze Bohne“ ist in der Gastronomie das Hauptprodukt und eben damit auch der stärkste Indikator für das Marktwachstum. Insgesamt wurden in den untersuchten Ländern 90.000 Tonnen der ganzen Bohne am Horeca-Markt verkauft. Der Absatz steigerte sich in diesem wichtigen Segment im letzten Jahr um 1.3% und lag damit weit über dem Branchenwachstum. Der gemahlene Kaffee verliert nicht nur an Marktanteilen, sondern muss auch Einbußen bei den Verkaufszahlen hinnehmen. Ein wenig Ersatz liefern dabei die Pads & Kapseln, vor allem in der Hotellerie. Pads & Kapseln haben zwar gute Wachstumsaussichten bis 2020, stellen aber mengenmäßig erst 3.8% des Gesamtmarktes dar. Insgesamt sind die Preise bei der „Ganzen Bohne“ und beim gemahlenen Kaffee konstant, während Pads & Kapseln tendenziell günstiger werden, da hier auch die Auswahl an Produkten in den letzten Jahren größer geworden ist.

Bäckereien im Vormarsch

Kaffeehäuser bleiben trotz leichter Rückgänge weiterhin die wichtigsten Abnehmer für die Branche mit 38.6% Marktanteil. Jedoch zeigen die Daten der Studie, dass auch in Zukunft die Kaffeehäuser an Boden verlieren werden. Mit dem Trend zum Coffee-to-go, verlieren die typischen Kaffeehäuser immer mehr Kunden an Bäckereien und Fast-Food-Restaurants. Diese beiden Segmente haben auch das größte Wachstumspotential. Die Bäckereien können ihren erwarteten Anteil von 14.4% auf 16.0% bis 2020 steigern.

Regionaler Markt mit niedrigen Eintrittsbarrieren

Die Einstiegsbarrieren sind im Geschäft für Gastro-Kaffee geringer als im Retail-Bereich. Man benötigt kein professionelles Marketing und keine große Promotion, um wie im Supermarkt im Regal zu landen, erklärt Barla. Im Gastro-Geschäft spielt die Regionalität eine wichtige Rolle, besonders für kleinere Röstereien, weil ihr Kaffee von Gasthäusern, Cafés in der Region nachgefragt wird, bzw. es leichter ist hier eine Geschäftsbeziehung aufzubauen, als mit einer großen Supermarktkette. Deshalb gibt es nicht wie im Retail-Bereich für Kaffee wenige dominante Player, die beinahe den gesamten Markt beherrschen. Ein gutes Beispiel hierfür ist Italien, Lavazza versorgt dort im Retail-Bereich mehr als die Hälfte des Marktes, aber im Horeca-Geschäft haben die Top Drei Gastro-Röster in Italien nur einen mengenmäßigen Marktanteil von 20%, und die Top-10 nur 35%.

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