Ernteeinbruch von Obst, Früchte und Gemüse in 2017

Ernteeinbruch in ganz Europa

Das Wetter spielt 2017 verrückt, die Landwirtschaft erwartet einen Ernteeinbruch von Obst und Gemüse. Nach einem milden Winter folgte ein Frühling welcher die landwirtschaftlichen Kulturen forderte. Das Wetter im April zeigte Kapriolen. Nach Tagen von Trockenheit, folgten Tage mit viel Sonnenschein bis 25 Grad. In Süddeutschland lagen die Temperaturen vor Ostern durchschnittlich 3 bis 4 Grad zu hoch. Dann kämpfte die Natur mit Frost und Schnee. Mit Minustemperaturen bis -8 Grad. Der Winter kam zurück, obwohl der Frühling am 20. März beginnen sollte. Nach Tagen mit milderen Temperaturen folgte wiederum Schnee. Nach wechselhaftem Wetter gab steigende Temperaturen. Viel Sonnenschein und trockenes Wetter läuteten bereits den Sommer ein. Rund 40 Tage vor dem offiziellen Sommerbegin am 21. Juni. Es wurde immer wärmer und Tage mit Temperaturen von 30 wurden die Regel. Jetzt fehlte der Regen, der Boden trocknete aus.

Preiserhöhungen von Obst und Gemüse

Kein Wunder, dass die Ernten von Beeren, Steinobst, Aepfel, Birnen aber auch von Gemüse in diesem Jahr einbrechen werden. Die Frostschäden im April zollen ihren Tribut. Einheimische, optimistische Bauern sehen bis Jahresende eine Minderernte von 30 Prozent gegenüber einer „normalen Ernte“. Anderseits wird betont, dass die Qualität der Produkte dank der vielen Sonne gut bis sehr gut seien. Wegen der geringeren Ernten muss Nachfrageüberhang der Konsumenten zur einheimischen Produktion mit Importen gedeckt werden. Doch auch die Bauern in den klassischen Agrar-Produzentenländern stehen vor einem Ernteeinbruch. In Italien, Spanien, Portugal und Griechenland, der Anbaugebiete von Sommerfrüchten dürfte wegen der Hitzeperioden die Ernteerträge dieses Jahr noch tiefer als in Mitteleuropa ausfallen. Der Konsument muss sich deshalb auf Preiserhöhungen für Obst und Gemüse einstellen. Auch Produkte, wie Fruchtgebäck, Konfitüren, Frucht-Joghurt, Fertiggerichte, Frucht- und Gemüsekonserven, Frucht- und Gemüsesäfte dürften teurer werden.

Text und Bild: Radovan Milanovic

Pressemeldung von BOGK e. V.

Ernteeinbrüche in Europa – Obst und Früchte werden knapp

Die Zahlen sind dramatisch: Bei den Obsternten in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Österreich, Polen und anderen osteuropäischen Ländern ist ein massiver Mengenrückgang gegenüber den Vorjahren zu verzeichnen.

Erste Zählungen gehen von einer Einbuße von 60 bis 70 Prozent bei Sauerkirschen vor allem aus Polen, 30 Prozent bei Erdbeeren, auch aus Deutschland und 20 Prozent bei Himbeeren aus. Dramatisch ist die Lage auch bei Pflaumen (- 65 Prozent), Heidelbeeren (- 75 bis – 85 Prozent), Rhabarber (- 50 Prozent), schwarze und rote Johannisbeeren (- 55 bzw. – 50 Prozent). Enorme Verluste werden auch für Äpfel erwartet; genau Zahlen werden aber erst in den kommenden Wochen vorliegen.

Die fruchtverarbeitende Industrie in Europa ist sehr besorgt über die Entwicklung auf dem Markt. Sie befürchtet als Folge der Verknappung erhebliche Preissteigerungen bei Rohfrüchten und bei früchtehaltigen Endprodukten für Konsumenten.

Produzenten und Handel droht damit ein extrem schwieriges Jahr, auch wenn sich der genaue Umfang der Ernteeinbußen, vor allem in Osteuropa, noch nicht ganz genau feststellen lässt. Exakte Zahlen zu den Auswirkungen auf Europa werden frühestens im Herbst 2017 erwartet. Doch klar ist jetzt schon, die geringen Mengen werden die Branche weiter unter immensen Druck setzen.

Auslöser der Ernteeinbrüche waren die verheerenden Wetterkapriolen der vergangenen Monate. So kam nach ersten warmen Tagen anstelle des Frühlings europaweit Frost, der Frühblüher schädigte. Im April und Mai zerstörten Dauerregen und Hitzewellen in verschiedenen Ländern große Teile der Ernte bereits in der Blühperiode.

BOGK e. V.
Christoph Freitag
Von-der-Heydt-Str. 9
53177 Bonn
Tel.: 0228/93291-11

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